Espresso Yourself – was Robert Steffen auf unserer Firmentagung ausgelöst hat

Robert Steffen auf unserer Firmentagung: Was sein Espresso-Prinzip über klare Kommunikation sagt – und was wir daraus mitnehmen.

Drei Nüsse für Aschenbrödel, drei Bohnen für uns

Manchmal geht man in einen Vortrag und denkt, man wüsste vielleicht ja eigentlich doch schon alles, was einem dort präsentiert wird. Und dann passiert etwas. Ein Bild. Eine Metapher. Storytelling! Ein Satz, der auf einmal alles zusammenfasst, wofür man selbst noch nie die richtigen Worte hatte. Genau so war es Ende Juni auf unserer Firmentagung – mit Robert Steffen und seinem Espresso-Prinzip.

Robert Steffen ist Kommunikationscoach, TEDx-Speaker und Autor des Buches „Das Espresso-Prinzip“, das Anfang 2026 im Frankfurter Allgemeine Buch Verlag erschienen ist. Wer ihn auf der Bühne erlebt, versteht schnell, warum er für Unternehmen wie AstraZeneca, Siemens oder EDEKA arbeitet: Er redet nicht über Kommunikation – er demonstriert sie. Robert Steffen tut genau das, was er lehrt: Er informiert nicht. Er inspiriert.

„Inspirieren statt informieren“

Das Herzstück seines Vortrags ist eine Metapher, die absolut pfiffig und treffend ist: Gute Kommunikation funktioniert wie ein guter Espresso. Es braucht erstklassige Bohnen, einen sauberen Prozess – und die richtige Inszenierung. Klingt eingängig. Ist es auch. Aber der Teufel steckt, wie immer, im Detail.

Die Bohnen und ihre Röstung stehen bei Robert Steffen für das, was eine Person oder eine Organisation wirklich ausmacht: die eigene Geschichte, die Werte, das „Warum" hinter dem, was man tut – und die Inhalte. Kommunikation, die wirkt, kommt von innen nach außen. Wer sich selbst nicht klar ist, klingt draußen verwässert – wie ein lauwarmer Filterkaffee aus der Thermoskanne.

Der Prozess meint die Vorbereitung, den Mahlgrad der Bohnen, das Brühen, die Verdichtung. Steffen bringt es auf den Punkt: Wirkung entsteht nicht durch mehr Inhalt, sondern durch weniger. Wer wirklich etwas zu sagen hat, kann es auf drei Worte reduzieren. Wer das nicht kann, hat seine Botschaft noch nicht aus seinen Inhalten extrahiert.

Und die Inszenierung – also wie man einen Espresso serviert – ist die Frage, wie man seine Botschaft auf die jeweilige Bühne bringt. Passend zur eigenen Persönlichkeit, passend zum Kontext, passend zur Zielgruppe. Eine rote Porzellanschale oder ein nachhaltiger Becher – das ist keine Äußerlichkeit, sondern Teil der Aussage.

Was uns das vielleicht nicht zum ersten Mal sagt – aber auf jeden Fall anders

Seien wir ehrlich: Das Thema klare Kommunikation ist für uns kein Neuland. Bei der SDMED arbeiten wir täglich daran, komplexe medizinische und wissenschaftliche Inhalte so aufzubereiten, dass sie ankommen – bei Ärzt:innen auf Advisory Boards, bei Teilnehmenden in Medical-Education-Formaten, bei Zuhörenden in moderierten Diskussionen. Die Frage, wie eine Botschaft wirklich wirkt und wie wir sie aus den Bohnen herausbekommen, ist unser täglich Brot.

Und doch: Einige unserer Kolleg:innen haben nach dem Vortrag mit einem leicht veränderten Blick auf ihre Projekte geschaut. Nicht weil Steffen etwas Brandneues gesagt hätte – sondern weil er eine Sprache für etwas gefunden hat, das wir zwar kennen und denken, aber nicht immer so klar benennen.

Besonders die Frage nach den „Bohnen" hat nachgewirkt. Wie oft sitzt man in der Vorbereitung eines Advisory Boards oder eines Launch-Symposiums und fragt sich: Was ist die eigentliche Kernbotschaft hier? Nicht die Agenda, nicht die Datenlage – sondern das, was die Teilnehmenden am Ende mitnehmen sollen. Was soll hängen bleiben, wenn der letzte Espresso getrunken und das letzte Slide weggeklickt ist?

Von der Bühne in die Praxis

Was Steffen beschreibt, ist im Kern das, was wir bei unserer Arbeit immer wieder versuchen: den Raum schaffen, in dem Kommunikation wirklich stattfindet. Nicht das Übertragen von Informationen – sondern das „Erzeugen von Resonanz“.

In unseren Projekten bedeutet das zum Beispiel: Ein Advisory Board ist dann gut, wenn die Teilnehmenden nicht das Gefühl haben, abgefragt zu werden, sondern wirklich gefragt zu werden und beteiligt zu sein. Wenn die Moderation eine Dynamik ermöglicht, in der echte Meinungen entstehen – und nicht nur ein schmales Band der populärsten Ansichten. Das funktioniert nur, wenn die Botschaft und die Intention klar sind: Warum sitzen wir heute zusammen? Was wollen wir wirklich gemeinsam erreichen?

Oder bei Medical-Education-Formaten: Eine gute Fortbildung überträgt nicht einfach Wissen. Sie verdichtet es so, dass es sich in den Köpfen der Teilnehmenden verankert – und im besten Fall in deren Alltag trägt. Ebenfalls Espresso-Prinzip, auch wenn wir es nicht so nennen. Oder bisher nicht so genannt haben.

Und in der Moderation: Wer einen Diskussionsraum öffnet, muss selbst wissen, wo er oder sie steht. Eine gute Moderation ist neutral. Aber keine neutrale Leere – sie hat Haltung, Energie, ein klares Ziel: alle einbeziehen, alle aktivieren und alle Fragen mit der Tiefe bearbeiten lassen, die jeweils nötig ist. Die Präsenz der Moderation, ihre Inszenierung – das ist wohl etwas, was Robert Steffen mit in den Tassenschrank stellt.

Danke, Robert

Manchmal braucht man jemanden von außen, der einem sagt, was man schon weiß – und dabei trotzdem etwas auslöst. Robert Steffen hat das auf unserer Firmentagung geschafft. Nicht laut, nicht mit 80 Folien, nicht mit Buzzwords. Sondern klar, echt und mit einem roten Faden aus Kaffee. Den haben wir in der Pause mit etwas mehr Ehrfurcht und einem verschwörerischen Lächeln getrunken.

Wer mehr über die Arbeit und das Buch von Robert Steffen erfahren möchte: www.robertsteffen.de





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